Ratgeber
CNC-Maschinenpreise 2026 – Was kostet eine gebrauchte CNC-Maschine?
Stand: 2026-04-01
Von Marcel Brockmann · CEO, CNC-Maschinenexperte
Kurzantwort
Gebrauchte CNC-Maschinen kosten je nach Typ, Marke, Baujahr und Zustand zwischen 8.000 und 350.000 Euro. Einfache Drehmaschinen (Haas ST-10, Mazak QTN) beginnen ab ca. 15.000 Euro; 5-Achs-Bearbeitungszentren von Hermle oder DMG MORI kosten gebraucht typischerweise 60.000–180.000 Euro. Entscheidende Preistreiber sind Spindelzustand, Steuerungsgeneration und vollständige Dokumentation.
Stand: 2026-04-01
Wichtigste Punkte
- Gebrauchte Drehmaschinen (einfach): 15.000–60.000 € je nach Marke und Baujahr.
- Gebrauchte Vertikal-BAZ (3-Achs): 20.000–80.000 € für Haas/Mazak, bis 120.000 € für DMG/Hermle.
- Gebrauchte 5-Achs-BAZ: 40.000–180.000 € – Hermle und DMG MORI am oberen Ende.
- Dreh-Fräszentren (INTEGREX, MULTUS, NLX): 50.000–200.000 € für gut ausgestattete Einheiten.
- Preissteigernd wirken vollständige Dokumentation, kurze Spindellaufzeiten und Restwartungsvertrag.
Preisübersicht nach Maschinentyp
CNC-Drehmaschinen (gebraucht)
| Segment | Beispielmodelle | Preisspanne |
|---|---|---|
| Einsteiger | Haas ST-10, Mazak QTN 100 | 10.000–30.000 € |
| Mittelklasse | Mazak QTN 200, DMG CLX 350 | 25.000–60.000 € |
| Dreh-Fräszentrum | DMG NLX 2000 SY, Mazak INTEGREX i-200 | 50.000–150.000 € |
| Hochleistung | DMG NLX 4000, Mazak INTEGREX i-400 | 80.000–200.000 € |
CNC-Fräsmaschinen / Bearbeitungszentren (gebraucht)
| Segment | Beispielmodelle | Preisspanne |
|---|---|---|
| Vertikal 3-Achs (Einstieg) | Haas VF-2, Mazak VCN 530 | 15.000–45.000 € |
| Vertikal 3-Achs (Premium) | DMG DMC 635 V, Hermle C 400 (3-Achs) | 40.000–90.000 € |
| 5-Achs-BAZ | Hermle C 400, Mazak VARIAXIS 500, DMG DMU 60 eVo | 50.000–180.000 € |
| Horizontal-BAZ | DMG NHX 4000, Mazak HCN 5000, Okuma MA-600H | 60.000–200.000 € |
Preisvergleich nach Hersteller (gebraucht, 3-5-Achs-BAZ)
| Hersteller | Typisches Modell | Preisspanne gebraucht | Wiederverkaufswert |
|---|---|---|---|
| Haas | VF-2, UMC 750 | 15.000–80.000 € | Mittel |
| Mazak | VCN 530, VARIAXIS 500 | 25.000–130.000 € | Gut |
| DMG MORI | DMC 635 V, DMU 60 eVo | 40.000–160.000 € | Sehr gut |
| Hermle | C 400, C 600 | 60.000–180.000 € | Exzellent |
| Okuma | MB-56VA, MU-400V | 35.000–120.000 € | Gut |
Was beeinflusst den Preis?
Preissteigernd
Kurze Spindellaufzeiten (unter 20.000 h): Der Spindelzustand ist der wichtigste Einzelfaktor für den Maschinenwert. Auslesen der Spindellaufstunden aus der Steuerung ist Pflicht vor jedem Kauf. Maschinen mit unter 10.000 Spindelstunden erzielen oft 70–80 % des Neupreises.
Aktuelle Steuerungsversion: Siemens 840D sl (Version 4.8+), Fanuc 31i/32i und HEIDENHAIN TNC 640 gelten als werterhaltend. Ältere Steuerungen (Siemens 810D, Fanuc 18i) senken den Wert um 10–25 %, da Ersatzteile knapp werden.
Vollständige Wartungshistorie: Lückenlose Serviceberichte, Inspektionsprotokoll nach DIN-Norm und Originalhandbücher erhöhen den Preis um typischerweise 5–15 %.
Rüst- und Zusatzausstattung: 4. und 5. Achse, Automatische Werkzeugwechsler (ATC), Palettenwechsler, Kühlmittelsysteme (Hochdruck, MMS) und Messtaster steigern den Wert erheblich.
CE-konforme Lieferung: Maschinen, die CE-zertifiziert geliefert werden, sind rechtssicherer für Käufer in der EU und erzielen daher Preisaufschläge von 5–10 %.
Preissenkend
Hohe Spindellaufstunden (über 40.000 h): Ab diesem Wert ist eine Spindelrevision absehbar (Kosten: 8.000–30.000 € je nach Maschinentyp), was direkt vom Kaufpreis abgezogen werden sollte.
Ältere Steuerung (vor 2010): Ersatzteile werden knapper, Softwareupdates sind nicht mehr verfügbar. Einkalkulieren: höhere Wartungskosten und mögliche Nachrüstkosten.
Keine oder lückenhafte Dokumentation: Fehlende Handbücher und Schaltpläne erschweren Wartung und Reparatur. Nachbeschaffung kann kostspielig sein.
Maschinenstillstand über 12 Monate: Hydraulikdichtungen, Schmierungssysteme und Linearführungen können bei längerem Stillstand leiden. Technische Inspektion ist in diesem Fall besonders wichtig.
Insolvenzmasse: Maschinen aus Insolvenzverwertungen sind oft günstiger, aber selten mit vollständiger Dokumentation verfügbar. Kaufrisiko höher, Inspektion zwingend.
Marktentwicklung 2026
Gesamtmarkt
Der Markt für gebrauchte CNC-Maschinen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) bleibt 2026 stabil. Die Nachfrage aus dem Mittelstand ist hoch, da:
- Neumaschinen-Lieferzeiten von 12–24 Monaten weiterhin die Planbarkeit einschränken
- Energieeffizienz zum wichtigeren Kauffaktor geworden ist (Betriebskosten)
- Digitalisierungsdruck viele KMU zu Maschinenerneuerungen treibt
- Personalabbau in der Großindustrie (Automotive, Stahl) gebrauchte Maschinen auf den Markt bringt
Preistrends nach Segment
5-Achs-BAZ (Hermle, DMG MORI): Leicht steigende Preise. Nachfrage von Aerospace und Medizintechnik hoch. Hermle C 400 und C 600 sind besonders gefragt.
Vertikal-BAZ Mittelklasse (Haas, Mazak): Stabile Preise. Breites Angebot, gute Verfügbarkeit. Einsteiger-Segment für kleinere Betriebe sehr aktiv.
Dreh-Fräszentren (DMG NLX, Mazak INTEGREX): Leicht steigende Preise. Komplettbearbeitung in einer Aufspannung ist ein starker Trend, der die Nachfrage treibt.
Ältere Maschinen (Baujahr vor 2010): Fallende Preise. Steuerungsveralterung und Ersatzteilknappheit machen ältere Baujahre weniger attraktiv.
Preisfindung und Verhandlung
Schritt 1: Marktrecherche
Vergleichen Sie ähnliche Maschinen auf Portalen wie Maschinensucher.de, Surplex und RESALE.de. Beachten Sie dabei Baujahr, Spindellaufstunden und enthaltene Optionen. Äpfel mit Äpfeln vergleichen: Steuerungsversion und Ausstattungslevel beeinflussen den Wert erheblich.
Schritt 2: Technische Bewertung
Lassen Sie Spindellaufstunden, Geometrieprüfung (Achsengenauigkeit nach VDI/DGQ 3441) und Zustand der Hydraulik professionell prüfen. Ein Sachverständigengutachten kostet 500–1.500 €, amortisiert sich aber bei Maschinen ab 20.000 € Kaufpreis fast immer.
Schritt 3: Preisverhandlung
Nutzen Sie konkrete Befunde aus der Inspektion als Verhandlungsbasis:
- Hohe Spindellaufstunden → Abschlag 10–25 %
- Fehlende Dokumentation → Abschlag 5–10 %
- Reparaturbedarf → Kostenvoranschlag einholen, Abzug verlangen
- Keine CE-Kennzeichnung → Kosten für Nachrüstung einkalkulieren
Schritt 4: Gesamtkostenrechnung
Der Kaufpreis ist nur ein Teil der tatsächlichen Investition. Kalkulieren Sie ebenfalls:
| Kostenposition | Typischer Bereich |
|---|---|
| Transport (Inland) | 800–5.000 € |
| Transport (International) | 3.000–15.000 € |
| Kranarbeiten / Montage | 500–3.000 € |
| Fundamentarbeiten | 500–10.000 € |
| Inbetriebnahme / Einweisung | 500–2.000 € |
| CE-Konformitätsprüfung | 500–3.000 € |
Finanzierung und Leasing
Gebrauchte CNC-Maschinen können über verschiedene Wege finanziert werden:
Maschinenleasing: Monatliche Raten statt Kapitalaufwand. Typische Leasingdauer: 36–60 Monate. Vorteil: Bilanzschonend, steuerlich absetzbar.
Investitionskredit: Klassische Bankfinanzierung via Hausbank oder KfW-Programm (z. B. KfW Unternehmerkredit). Zinsbindung schützt vor Zinsrisiko.
Mietkauf: Miete mit Kaufoption am Ende der Vertragslaufzeit. Flexibler als reines Leasing.
Sale-and-Lease-Back: Maschinen aus dem Eigentum verkaufen und gleichzeitig zurückleasen – schafft Liquidität ohne Betriebsunterbrechung.
Fazit
Die Preise für gebrauchte CNC-Maschinen sind 2026 stabil und bieten für gut informierte Käufer attraktive Einstiegsmöglichkeiten. Der Schlüssel zu einem guten Kauf liegt in der strukturierten technischen Bewertung und einem vollständigen Marktvergleich. Setzen Sie auf Transparenz beim Verkäufer – vollständige Dokumentation und Inspektionsbereitschaft sind Zeichen einer seriösen Transaktion.
Weiterführende Ratgeber:
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Häufige Fragen
- Was kostet eine gebrauchte CNC-Drehmaschine?
- Einfache CNC-Drehmaschinen (z. B. Haas ST-20, Mazak QTN 200) kosten gebraucht zwischen 15.000 und 50.000 Euro. Hochwertige Dreh-Fräszentren mit Gegenspindel und Y-Achse (DMG NLX 2000, Mazak INTEGREX) liegen zwischen 50.000 und 150.000 Euro.
- Was kostet ein gebrauchtes 5-Achs-Bearbeitungszentrum?
- Gebrauchte 5-Achs-BAZ kosten je nach Marke und Baujahr zwischen 40.000 und 180.000 Euro. Hermle C 400 und C 600 liegen typischerweise bei 60.000–130.000 Euro, DMG DMU 50/60 eVo bei 50.000–120.000 Euro.
- Wie verhandle ich den Preis bei einer gebrauchten CNC-Maschine?
- Basis für Preisverhandlungen sind Spindellaufstunden, Geometrieprüfungsergebnisse und Marktvergleiche ähnlicher Maschinen. Ein technisches Gutachten vor dem Kauf gibt Ihnen fundierte Argumente für Abschläge bei festgestellten Mängeln.
- Warum sind manche gebrauchte CNC-Maschinen deutlich günstiger?
- Niedrigere Preise können auf höhere Spindellaufstunden, fehlende Dokumentation, ältere Steuerungsversionen, Stillstandsschäden oder Insolvenzmassen-Ursprung hinweisen. Ein strukturierter Kaufprozess mit Inspektion reduziert das Risiko.
- Wie entwickeln sich die Preise für gebrauchte CNC-Maschinen 2026?
- Der Markt bleibt 2026 stabil bis leicht steigend. Energieeffiziente Modelle ab Baujahr 2015 und Maschinen mit aktueller Steuerungssoftware erzielen höhere Preise. Insolvenzmassen aus Automotive-Umstrukturierungen bringen vereinzelt günstigere Angebote auf den Markt.
- Was ist der Unterschied im Preis zwischen Haas und DMG MORI gebraucht?
- Gebrauchte Haas-Maschinen (z. B. VF-2, ST-20) sind typischerweise 30–50 % günstiger als vergleichbare DMG MORI-Modelle. Eine gebrauchte Haas VF-2 kostet ca. 15.000–35.000 €, eine vergleichbare DMG DMC 635 V etwa 40.000–80.000 €. DMG MORI bietet dafür höheren Wiederverkaufswert und bessere Präzision.